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Natürlich schreie ich mein Kind an…

8. Aug. 2017
3 Min. Lesezeit

…denn ich bin auch nur ein Mensch.

Ein Mensch der sich viel mit dem Thema der bedürfnisorientierten Erziehung auseinandersetzt. Ein Mensch der eigentlich weiß, wie man es umgehen kann, wie man seine Wut anders kanalisieren kann und ein Mensch der trotzdem hin und wieder die Fassung verliert und in alte, doch bereits abgelegte, Verhaltensmuster verfällt.

Mammaaaaaaaaaaa…………………..

Jeder von uns kennt solche Situationen. Ihr kommt gerade von der Arbeit heim, habt noch nicht einmal die Tasche abgelegt und schon steuert ein quengelndes Wutmonster auf euch zu um euch direkt in Anspruch zu nehmen. Ihr atmet tief durch und folgt den kleinen, tollpatschigen Füßen. Ihr seid gerade einmal ein paar Minuten zu Hause und macht in den Augen der kleinen Hausbosse schon alles falsch. Das Spielzeug fliegt, kleine Fäuste schlagen nach euch und ein schriller Schrei, der Glas zerbrechen könnte, klingelt durch eure Ohren…

Und dann kommt dieser Moment… dieser Moment, den wir alle kennen und fürchten….dieser Moment, in dem wir für nur eine Millisekunde die Kontrolle über uns selbst verlieren und uns zu dem verwandeln, von dem wir uns geschworen hatten es niemals zu sein…Wir werden zu den schreienden, fluchenden, wildgestikulierenden Furien, die wir doch aus unserem Erziehungsstil verbannt hatten. Und das obwohl wir doch wissen wie es besser geht….

Scheiß auf bis 3 Zählen……..

Ja, normalerweise wissen wir wie es geht. Wie wir unseren Frust abbauen können, ohne ihn an unseren Kindern auszulassen. Wir zählen bis 3, singen ein Lied, verlassen den Raum oder hüpfen auf einem Bein im Kreis. Jeder von uns hat sich im Laufe der Elternschaft so ein paar Beruhigungstechniken zurecht gelegt. In 8 von 10 Fällen funktionieren die auch suuuuper und wir kriegen die Kurve BEVOR unser emotionaler Vulkan ausbricht.

Doch dann gibt es noch die übrigen 2 Male, in denen das eben nicht funktioniert…

Schon während wir den ersten lauten Satz in Richtung unserer Kinder schreien kommt da, im hintersten Eck des Kopfes eine kleine, leise Stimme hervor, die uns leise „WAS MACHST DU DA EIGENTLICH?“ zu flüstert. Doch wir verdrängen sie und lassen alles raus. Lassen den ganzen Frust raus, der sich im Laufe des Tages durch so viele Kleinigkeiten angesammelt hat...und irgendwann ist alles draußen und wir fühlen uns leer, erleichtert und für einen Moment auch ziemlich gut.

Doch dieses Gefühl hält nicht lange an… denn nun blicken wir in zwei nasse, tränenverquollene Kinderaugen, die so verletzlich vor uns stehen. Auf einmal wird uns bewusst was wir denn gerade getan haben….Und prompt setzt das schlechte Gewissen ein…..

Doch wisst ihr was? So komisch wie das jetzt auch klingt aber ihr braucht es nicht haben!!! Denn wir sind alle Menschen. Menschen mit Ecken und Kanten, Menschen die Fehler machen obwohl sie es doch eigentlich besser wissen. Menschen die auch mal Schwäche zeigen dürfen….

Es tut mir leid…..

Wichtig ist nur was danach passiert…..Denn wir, als reflektierte Eltern, wissen natürlich das es scheiße ist den Frust am Kind auszulassen und wir wissen auch das es falsch war das wir unser Kind angeschrien haben. Also was machen wir als reflektierte Eltern, die wissen das sie einen Fehler gemacht haben? RICHTIG! Wir bitten um Entschuldigung. Wir gehen in Kontakt mit unseren kleinen Schreiopfern und bitten sie zu tiefst um Entschuldigung. Wir trockenen die Tränen, beruhigen uns gemeinsam und nehmen sie so fest in den Arm wie wir nur können…und wenn die Tränen getrocknet sind, erklären wir WARUM wir geschrien haben….:WARUM es ein Fehler war und VOR ALLEM das es nicht ihre Schuld war das wir sie angeschrien haben…..

Und auch wenn das schlechte Gewissen auf der Schulter sitzt und ihr Angst habt die Furie kommt bald zurück so seid euch sicher das eure kleinen euch verzeihen werden. Sie werden es verzeihen wenn wir schreien, sie werden es verzeihen wenn wir Fehler machen denn sie wissen, auch wir sind nicht perfekt und sie wissen, dass sie dennoch auf unsere bedingungslose Liebe vertrauen können.

Wir können versuchen die Quote zu erhöhen, wir können versuchen das unsere Techniken in 10/10 Fällen funktionieren, doch seinen wir mal ehrlich…..so erstrebenswert dieses Ziel auch sein mag, die meisten von uns werden es niemals erreichen. Und das ist ok, solange wir nicht verlernen unsere Fehler auch einzugestehen und solange wir uns nicht zu fein sind uns auch bei unseren Kindern für unser Fehlverhalten zu entschuldigen!

Liebe Grüße eure

Winterkind-Mama


 
 
 

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